Social Frames und Social Framing: eine Bestandsaufnahme
Öffentlicher Abendvortrag von Professor Dr. Alexander Ziem (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Germanistik)
Auch in den sozialen Medien prasseln viele Informationen ungeheuer schnell und unaufhörlich auf uns ein. Um nicht in der schieren Datenflut unterzugehen, sind wir gezwungen, Wahrnehmungsdaten zu sortieren und einzuordnen. Trotz des großen kognitiven Anspruchs läuft dieser Prozess gleichsam automatisch und unbemerkt ab. Geleitet wird er nicht zuletzt durch Frames, die wir erworben haben und die den Verstehensprozess unterhalb der Wahrnehmungsschwelle lenken. In dem Vortrag wird die These vertreten, dass Frames in ihrer Funktion, als Schablonen des Verstehens zu fungieren, in doppelter Hinsicht intrinsisch sozialer Natur sind: Sie entstehen aus der sozialen Interaktion und prägen diese zugleich, weshalb sie immer auch als Werkzeuge der interessegeleiteten Steuerung und selektiven Distribution von Informationen (aka „Framing“) operieren.
Moderation: Professorin Dr. Konstanze Marx-Wischnowski
Veranstalter: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg


